In 5 Schritten sicher zur guten Seminararbeit

IN 5 SCHRITTEN ZUR GUTEN SEMINARARBEIT
Von der Themenwahl bis zur Versprachlichung

ERSTER SCHRITT: THEMA DER SEMINARARBEIT AUSWÄHLEN UND VERSTEHEN

Kannst Du aus einer Themenliste auswählen, solltest Du Dir nicht nur überlegen, welches Thema Dich interessiert, sondern auch ehrlich entscheiden, welches Du im vorgegebenen Zeitrahmen schaffst. Mache, wenn möglich, ein paar Probe-Recherchen. Am besten natürlich vor der Entscheidung, also wenn die Vorschläge aushängen oder im Netz stehen. Aber auch direkt danach macht es noch Sinn, damit Du Probleme und Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Primär- und Sekundärliteratur schnellstmöglich mit dem Dozenten oder der Dozentin bereinigen kannst.

Hast Du das Thema schon, stellst Du Dir am besten folgende zwei Fragen:

1) Was genau soll ich überhaupt zeigen? (Einschlusskriterien)

2) Was kann ich alles weglassen? (Ausschlusskriterien)

Wenn die Deadline für die Seminararbeit näher rückt, heisst es, unter Zeitdruck nicht mit Panik zu reagieren. Um im grössten Stress locker zu bleiben, brauchst Du einen Ausgleich zur täglichen Schreibarbeit: Versuch es doch mit Yoga, geh Joggen oder Biken, das hat mir jedenfalls immer geholfen, mit frischem Geist neu ans Werk zu gehen. Nachdem Du diesen Rahmen abgesteckt hast, kannst Du mit der Suche nach Literatur beginnen. Vielleicht musst Du die Eckpunkte mit einer Mindmap festhalten, um Dein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

ZWEITER SCHRITT: LITERATUR SUCHEN

Wenn Du Dich an die Literatursuche machst, musst Du Dir im Klaren darüber sein, ob Du eine reine Literaturarbeit schreiben sollst oder auch die erarbeitete Theorie praktisch anwenden musst. Je nachdem, welcher Arbeitstyp gewünscht wird, brauchst Du mehr oder weniger spezifische Literatur bzw. eher theoretische Arbeiten oder eben auch Studienberichte.

In jedem Fall leiten auch hier wieder zwei Fragen die Suche:

1) Über welche Quellen und Kanäle kannst Du die benötigte Literatur finden?

2) Welche Suchwörter musst Du dabei verwenden?

Hier wird Dir auf die erste Frage sicher zunächst das Internet oder die Homepage der Uni-Bibliothek einfallen, aber auch «Google Scholar Online Services» und andere Spezialportale solltest Du berücksichtigen. Schau Dich ruhig auch mal auf der Webseite der Bibliothek Deiner Fakultät um. Nicht selten finden sich dort nämlich einige kostenpflichtige Datenbanken, die für Studierende im Angebot jedoch kostenfrei sind.

DRITTER SCHRITT: WISSENSCHAFTLICHE DATENERHEBUNG

Wenn Du darüber hinaus mit Primärquellen arbeiten oder selbst Daten erheben musst, dann hilft Dir folgende Checkliste weiter:

1) Welche Art von Informationen/Daten musst Du sammeln, um Deine Forschungsfrage beantworten zu können?

2) Wo findest Du solche Daten/Informationen?

3) Sind die Daten frei zugänglich oder gibt es administrative/technologische Hürden?

4) Mit welcher Methode willst Du die Daten weiterbearbeiten/auswerten?

5) Wie viele Datensätze benötigst Du, um valide Aussagen zu treffen?

6) Wie kann eine unzureichende Ergebnislage eventuell korrigiert bzw. kompensiert werden?

VIERTER SCHRITT: LITERATURAUSWERTUNG

Wenn Du Informationen aus der Literatur übernimmst, musst Du in jedem Fall entscheiden, ob Du zitieren oder paraphrasieren willst.

Jede Art von Zitat bedeutet, dass der Originalwortlaut aus der Vorlage übernommen wird. Daher steht hier (im Harvard-System) direkt nach der wiedergegebenen Idee als Quellenangabe immer (Autornachname Veröffentlichungsjahr: Seitenzahl), also beispielsweise (Billeter 2016:17).

Bei der Paraphrase formulierst Du den gelesenen Gedanken mit eigenen Worten. Daher muss hier innerhalb der Klammer immer ein „siehe“ oder „s.“ am Anfang stehen: (s. Billeter 2016: 17). – Ausnahme: Wenn Du mit den lateinischen Abkürzungen arbeitest, steht hier „v.“ für „vide“: (v. Billeter 2016: 17).

Es empfiehlt sich, immer sogleich zu notieren, woher Du Deine Information hast!
Überlege Dir auch gut, ob Du die Idee in eigenen Worten zusammenfassen willst oder ob die Originalstelle so prägnant ausformuliert ist, dass ein Zitat das Beste ist.

Ist ein Terminus aus den wörtlich übernommenen Sätzen oder Satzstücken aller Wahrscheinlichkeit nach dem Leser nicht bekannt, so sollte eine Erläuterung in eckigen Klammern eingefügt werden. Diese Erklärung leitest Du ein mit der lateinischen Abkürzung „sc.“ oder „scil.“ für scilicet „es beliebt zu wissen“.

1) Steht im Originaltext zum Beispiel: Die Betonung des Hysteron Proteron bei Kurz und Frank ist problematisch, da der Begriff der Inversion die Disjunktion zwischen transzendentaler und der im Werk dargestellten Zeit nicht mit einschliesst.

2) In diesem Fall kannst Du den Originaltext in der Seminararbeit wie folgt umschreiben: «Die Betonung des Hysteron Proteron [sc.: der Erzählung des zeitlich Späteren zuerst] bei Kurz und Frank ist problematisch», schreibt Krüger (2016: 120) und begründet dies damit, dass …»

FÜNFTER SCHRITT: DIE VERSPRACHLICHUNG

Wenn Du aus all den gesammelten Informationen und Beobachtungen schliesslich Deine Arbeit erstellst, hast Du einen klaren Bauplan, dem du folgen musst. Kapiteltypen wie «Einleitung», «Theorieteil» und «Schlusskapitel» oder «Literaturverzeichnis» sind dabei obligatorisch und folgen ihren eigenen Normen.

Ein separates Kapitel «Ergebniszusammenfassung» sollte dabei immer das letzte Kapitel des Analyseteils darstellen. Dadurch wird die Ergebnisaufnahme abgerundet, und es können grosse Deutungslinien oder Widersprüche und Grenzen herausgearbeitet werden. Ausserdem liegt so der Fokus im Schlusskapitel auf der Evaluation und der Einordnung der Eigenleistung im Forschungskontext.

Natürlich hilft es, wenn Du Dir für jedes Kapitel eine Liste machst mit den Begriffen, die Du definieren möchtest, oder mit den Fragen, die Du beantworten musst.

Christoph Frei

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