ES KANN NUR EINEN GEBEN
«Highlander – Es kann nur einen geben» ist ein Kultfilm aus den 1980er Jahren, in dem Christopher Lambert die Hauptrolle des unsterblichen Schotten Connor MacLeod spielt. Bekannt ist der Film für seine epische Handlung und die berühmte Tagline ES KANN NUR EINEN GEBEN, die die zentrale Thematik des Überlebens und der Macht unterstreicht. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte und wird auf zwei Zeitebenen erzählt: dem Schottland des 16. Jahrhunderts und dem New York der 1980er Jahre. Im Mittelpunkt steht Connor MacLeod, ein schottischer Hochlandkrieger, der 1536 in einer Schlacht gegen einen rivalisierenden Clan von einem mysteriösen, brutalen Ritter namens Kurgan tödlich verwundet wird. Wie durch ein Wunder überlebt MacLeod und wird daraufhin von seinem abergläubischen Clan verstossen, da sie ihn für einen Verbündeten des Teufels halten. Jahre später wird der Verbannte und einsam Lebende von dem eleganten und weisen Spanier Juan Sánchez Villa-Lobos Ramírez aufgespürt. Ramírez, ebenfalls ein Unsterblicher, offenbart MacLeod die Wahrheit über seine Natur: Auch er gehört zu einer Gruppe auserwählter, unsterblicher Individuen, die nur durch die Enthauptung getötet werden können. Diese Unsterblichen sind dazu verdammt, sich über die Jahrhunderte hinweg in einem Wettkampf, dem sogenannten «grossen Spiel», zu bekämpfen. Die beiden letzten Unsterblichen treffen sich am Schluss in New York zu einem dramatischen Schwertkampf, den MacLeod schliesslich gewinnt. Durch den Sieg gewinnt er den «Preis», der ihm die Fähigkeit verleiht, die Gedanken der Menschen zu lesen und Einfluss auf die Welt zu nehmen. Connor entscheidet sich, seine Kräfte für das Wohl der Menschheit einzusetzen und ein sterbliches Leben zu führen. – Der Film besticht durch seine einzigartige Mischung aus historischem Abenteuer, urbaner Fantasy und rockiger Ästhetik. Die nicht-lineare Erzählstruktur, die zwischen den schottischen Highlands und den neonbeleuchteten Strassen New Yorks wechselt, verleiht ihm eine besondere Tiefe und enthüllt nach und nach die tragische und einsame Existenz eines Unsterblichen.
Endete am Freitag, beim Besuch des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz im Oval Office, die einsame Existenz zweier Unsterblicher oder doch eher das, was viele «Bromance» nennen, eine Männerfreundschaft also zwischen dem derzeit mächtigsten und reichsten Menschen dieser Welt? Kurz, die vielgepriesene «Bromance» zwischen den beiden amerikanischen Giganten endete vorerst mit einem cholerischen Wortgefecht in den sozialen Netzwerken. Dabei schleuderten sich Elon Musk und Donald Trump wütende Drohungen zu, die mehr sind als heisse Luft, schliesslich verfügen beide über Macht und Mittel, sich gegenseitig Schaden zuzufügen. Gleichzeitig bleiben sie eng verflochten, durch ihre politisch relevante Beziehung, aber auch aufgrund der Schnittstellen zwischen Musks Unternehmen und der Regierung. Diese gegenseitige Abhängigkeit in mehreren Dimensionen birgt für beide beträchtliche persönliche Risiken, mit möglichen schweren Implikationen für die Finanzmärkte und die Sicherheit der USA. Der Streit entzündete sich an der «One Big Beautiful Bill Act», einem umfassendes Gesetzespaket, das im Mai vom Repräsentantenhaus angenommen wurde und nun im Senat beraten wird. Es handelt sich dabei um ein Haushalts- und Steuerpaket, das den Bundeshaushalt für das kommende Jahr festlegt. Zentrale Inhalte des 1’100 Seiten langen Gesetzesentwurfs sind die Erhöhung der Schuldenobergrenze auf fünf Billionen Dollar. Ausserdem sind 150 Milliarden Dollar für die Verteidigung, Steuersenkungen und Kürzungen für Sozialleistungen wie Medicaid vorgesehen. Auch werden Steuervergünstigungen für erneuerbare Energie gestrichen oder gekürzt. Laut einer Analyse des Haushaltsbüros des US-Kongresses würde die zentrale Steuerreform in den nächsten zehn Jahren die Staatsverschuldung der USA um 2,4 Billionen Dollar erhöhen. Musk stört sich daran und fordert die Republikaner auf X dazu auf: «Kill the Bill!» Darüber hinaus nennt er Trump «undankbar». «Ohne mich hätte Trump die Wahl verloren », schreibt er auf seiner Nachrichtenplattform. Später ging Musk noch einen Schritt weiter und drohte den Republikanern, eine neue Partei zu gründen, in Form einer Umfrage auf X, die tatsächlich die 80 Prozent Mittewähler vertreten würde. Unklar bleibt, wie ernst es Musk mit dieser Idee ist. Allerdings hat er mit seinen 220 Millionen Followern das Potenzial, die Koalition rund um Trump aufzuspalten. Musk beendete seine Nachrichtensalve mit der böswilligen Anschuldigung, dass Trump die Veröffentlichung der Epstein-Akten verhindere, weil er darin belastet werde. Dabei spielte er auf die Bekanntschaft zwischen Trump und dem Sexualstraftäter Epstein an, der sich 2019 im Gefängnis das Leben nahm. Die Frage bleibt offen, ob Musk nur eine Verschwörungstheorie äussert oder Zugang zu rufschädigendem Material hat. Falls ja, könnte Trump ein kolossaler Skandal drohen, der die Loyalität seiner treusten Anhänger erschüttern dürfte. Trump zögerte nicht lange und zeigte auf die Achillesferse von Musk: Sein Imperium baut auf Milliarden von Dollar staatlicher Unterstützung auf, seien es Subventionen für die Entwicklung von Tesla, Steuergeschenke für den Bau seiner Fabriken, Darlehen oder Regierungsaufträge. Die «Washington Post» zählt Steuergelder im Wert von 38 Milliarden Dollar, die in den letzten zwanzig Jahren an Musk flossen.
Eine weitere Eskalation des Streits ist weder im Interesse von Trump noch in demjenigen von Musk, das zeigt auch die Reaktion der Märkte und der Geldgeber. Die Anleger reagieren panisch auf den Schlagabtausch: Die Tesla-Aktie stürzte am Donnerstag um 14 Prozent ab. Einer von Trumps wichtigsten Geldgebern, der Hedge-Fund-Milliardär Bill Ackman, versuchte zu schlichten: Er unterstütze beide, und sie müssten Frieden schliessen, zum «Nutzen des Landes». Trotzdem zeichnet sich zurzeit keine Aussöhnung ab. Trump sagte am Freitag in einem Telefon-Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender ABC, er sei «nicht besonders» interessiert an einem Gespräch mit Musk. Zuletzt gab es Berichte, wonach zeitnah ein klärendes Telefongespräch stattfinden soll. Trump sagte dazu: «Sie meinen mit dem Mann, der seinen Verstand verloren hat?»
Der «Krieg» zwischen Elon Musk und Donald Trump wird als grundsätzliches Problem nicht verschwinden. Dieses grundsätzliche Problem ist die Auseinandersetzung über die «Big Beautiful Bill», die Trump durch den US-Senat bringen will. Elon Musk hat Recht mit seiner Kritik an dieser Bill, denn die ohnehin ausgeuferten Schulden der USA würden dadurch noch weiter nach oben schiessen. Der eine will somit die Schulden erhöhen, der andere die Ausgaben kürzen. Weil diese Quadratur des Kreises als Aufgabe nicht zu lösen ist, wird es in der Sache zwischen Musk und Trump auch keine Einigung geben.
Christoph Frei, Akademisches Lektorat, CH-8032 Zürich
Bild:
Szene aus: «Highlander – Es kann nur einen geben»

